Kurz gesagt: Die Kosten pro Seite ergeben sich aus dem Patronenpreis geteilt durch die ISO-normierte Seitenreichweite, nicht durch optimistische Herstellerwerte ohne Normbezug. Über mehrere Jahre gerechnet schlägt ein teureres Gerät mit niedrigen Folgekosten oft ein billigeres mit teurem Verbrauchsmaterial.

Der Anschaffungspreis eines Druckers sagt wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Entscheidend ist der Preis pro gedruckter Seite – und der lässt sich mit wenigen Angaben selbst berechnen.

Die Grundformel

Kosten pro Seite = Preis der Patrone bzw. des Toners ÷ angegebene Seitenreichweite (nach ISO-Norm)

Beispiel: Eine Tonerkartusche kostet 80 Franken und ist laut ISO/IEC 19752 für 2.500 Seiten bei 5 % Deckung ausgelegt. Daraus ergeben sich rund 3,2 Rappen pro Seite.

Warum die ISO-Reichweite als Grundlage wichtig ist

Verwende für die Berechnung ausschliesslich die nach ISO/IEC 19752, 19798 oder 24711 angegebene Reichweite (siehe unseren Artikel dazu) statt optimistischer Herstellerangaben ohne Normbezug – sonst verzerrt sich der Vergleich zwischen verschiedenen Produkten.

Bei Farbdruckern: Kosten pro Farbe einzeln betrachten

Bei Tintenstrahl- und Farblaserdruckern lohnt sich die getrennte Berechnung für Schwarzweiss- und Farbseiten, da der Verbrauch je Farbe stark vom gedruckten Inhalt abhängt. Eine reine Textseite verbraucht überwiegend Schwarz, eine farbige Grafik alle vier Farben.

Gesamtkostenrechnung über die Gerätelebensdauer

Für einen fairen Vergleich zwischen zwei Druckermodellen lohnt sich eine Gesamtrechnung: Anschaffungspreis plus (geschätzte Jahresseiten × Kosten pro Seite × geplante Nutzungsdauer in Jahren). So zeigt sich oft, dass ein teureres Gerät mit niedrigeren Seitenkosten über drei bis fünf Jahre günstiger ist als ein billigeres Modell mit teurem Verbrauchsmaterial.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten pro Seite = Preis des Verbrauchsmaterials geteilt durch die ISO-Seitenreichweite
  • Nutze ausschliesslich ISO-normierte Reichweitenangaben für einen fairen Vergleich
  • Bei Farbdruckern Kosten pro Farbe getrennt betrachten
  • Für die Gesamtkostenrechnung Anschaffungspreis und Folgekosten über mehrere Jahre gemeinsam einbeziehen

Häufige Fragen

Warum unterscheidet sich meine tatsächliche Seitenanzahl von der Verpackungsangabe? Weil die ISO-Angabe auf einem standardisierten Testdokument mit 5 % Deckung basiert. Bei höherer Deckung in deinen eigenen Dokumenten sinkt die reale Reichweite entsprechend.

Lohnt sich immer die XL-Variante für niedrigere Seitenkosten? In der Regel ja bei regelmässiger Nutzung, nicht aber bei sehr seltenem Druckbedarf wegen des Eintrocknungsrisikos.

Wie vergleiche ich Laserdrucker und Tintentank-Drucker fair? Über die Gesamtkostenrechnung inklusive Anschaffungspreis, da sich die Ausgangslage (hoher Tintentank-Anschaffungspreis vs. niedrigere Tonerkosten pro Seite bei Laser) sonst nur schwer vergleichen lässt.

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